Niedrig dosierte Naltrxone Therapie (LDN)

Niedrig dosierte Naltrxone Therapie (LDN)

Was ist LDN?

Eine sinngemässe Übersetzung des Informationsblattes des LDN Research Trust, die Originalfassung ist hier. (*bitte Anmerkung lesen!)

 

Naltrexon ist ein Medikament der Klasse der Opiat-Antagonisten. Es ist zur Behandlung von Drogensüchtigen erforscht und erfunden worden. Die Dosierung zu diesem Zweck ist normalerweise 50 bis 150 mg täglich.

Low-dose Naltrexone (LDN) ist seit 1985 in Amerika zur Behandlung von MS in Gebrauch, aber relativ neu in Grossbritannien. Obwohl das Medikament in sehr kleiner Dosierung eingesetzt wird, kann das Vorkommen von anfänglichen Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Diese Methode wurde von Dr. Bernard Bihari erarbeitet und erforscht.  Dr. Bihari war bis zu seiner Pensionierung praktizierender Internist, Psychiater und Neurologe in New York, USA.  Die Hauptwebsite lautet  http://www.lowdosenaltrexone.org

Die Anfangsdosis ist während des ersten Monats der Behandlung nur 3 mg.  Es wurde berichtet, dass Patienten, die LDN zur Behandlung ihrer MS nehmen, einige Symptomerleichterungen spüren wie Reduktion von Krampfanfällen und Müdigkeit, Verbesserungen der Blasenfunktion, Hitzetoleranz, Mobilität, des Schlafs, Schmerzes, Zitterns und anderem.  Nach dieser Zeit (wenn keine Anfangsnebenwirkungen auftreten) kann die Dosis bis 4.5 mg erhöht werden, um die optimale therapeutische Wirkung zu erzielen.  Die Dosis soll möglichst zwischen 21 und 3 Uhr eingenommen werden.  LDN bleibt nur 4 Stunden lang im Kreislaufssystem.

Für diejenigen, die eine 3-mg-Dosis nicht vertragen, sind schwächere Dosen von 1 bis 2 mg erhältlich.  Solche kleinen Dosen erlauben es, die Therapie gemässigter einzuführen und den Körper langsam an die stärkere Endorphinproduktion zu gewöhnen.

Wie Naltrexon funktionert: Die Leistung dieses Medikamentes ist anscheinend der temporären Blockierung von Opiatrezeptoren zuzuschreiben.  Dadurch reagiert der Körper mit einer erhöhten Produktion von Endorphinen (einem natürlichen Schmerzmittel, das im Hirn produziert wird), was zu Schmerzreduktion und zu einem besseren Wohlbefinden führt.

Ein erhöhter Endorphinspiegel scheint das Immunsystem zu stimulieren, was zu einer Erhöhung der T-Lymphozyten führt.  Dies wurde von Dr.  Bihari in seiner Forschung notiert. Die Erhöhung dieser T-Zellen scheint ein normaleres Gleichgewicht der T-Zellen zu verursachen, was zu einer signifikanten Reduzierung der Progressionsrate führt.  Es wurde beobachtet, dass bei Patienten mit schubartiger MS die Anzahl der Schübe reduziert und die Progression verlangsamt wird.  Bei Patienten mit chronischer progressiver MS (ob primärer oder sekundärer) scheint ebenfalls eine Reduktion der Progression stattzufinden.

In Dr. Biharis Forschung hatte niemand einen Schub, während er mit LDN behandelt wurde.  Gelegentlich kann es aber vorkommen, dass Symptome kurzfristig verstärkt werden, zum Beispiel während Zeiten von Infektionen oder Stress. Dies stammt von bisher aktiven Läsionen, die bereits im Hirn oder Rückenmark vorhanden waren.

Trotz dieser vielversprechenden Befunde muss betont werden, dass eine positive Reaktion auf diese Behandlung nicht versichert oder garantiert werden kann.

Der Gebrauch von Low-Dose Naltrexone bei MS und mögliche Nebenwirkungen

Anfangssymptome

Am Anfang der Behandlung mit LDN kann es temporäre Verstärkungen der MS Symptome wie Schwäche, Gefühlsstörungen, Muskelkrämpfe, Schmerzen oder Müdigkeit geben. Diese Anfangssymptome können auch Störungen zeigen, die direkt mit der Veränderung der Hirnendorphine zusammenhängen.  So kann es Schlafstörungen geben, manchmal verbunden mit starken, eigenartigen und zum Teil aufwühlenden Träumen.  Diese Symptome verschwinden normalerweise nach wenigen Tagen oder Wochen der Behandlung und werden durch Verbesserungen in spezifischen Symptomen ersetzt.

Die anfängliche Verstärkung von Symptomen kann auch dadurch erklärt werden, dass wir berücksichtigen, wie das Medikament funktioniert.  Im Gegensatz zum allgemeinen Glauben, dass MS wegen einem überaktiven Immunsystem erfolge, kann MS in Wirklichkeit wegen einer Reduktion in der Aktivität des Immunsystems auftreten. Im Speziellen ist es die Reduktion in der Anzahl von schützenden T-Zellen im Immunsystem, was es den CD4 Hilfszellen erlaubt, den Schaden anzustellen. Während einem akuten Schub ist die allgemeine Anzahl der T-Zellen reduziert, das Gleichgewicht zwischen Hilfs- und Schutzzellen gestört und die Hilfszellen nehmen Überhand.  Am stärksten zeigt sich das während einem akuten Schub, aber eine ähnliche Situation, wenn auch vielleicht etwas schwächer, entsteht in der chronisch progressiven MS.

Es hat sich gezeigt, dass, wenn LDN vorhanden ist, die Produktion der T-Zellen (Schutzzellen) sich bei etwa 300 % erhöht. Wenn also die Anzahl der T-Zellen anfänglich erhöht wird, kann die Dominanz der CD4-Hilfszellen die Intensität der MS temporär verstärken.  Aber wenn dann die Anzahl der Schutzzellen weiterhin gesteigert wird, regelt sich das Gleichgewicht der Schutzzellen zu Hilfszellen, was die Aktivität und Intensität des Krankheitsverlaufes reduziert, und Symptome verringern sich.

In weniger als 5 % der behandelten Fälle haben sich die verstärkten Anfangssymptome über längere Zeit gehalten, manchmal sogar ein paar Wochen lang.  Ganz selten kommt es vor, dass sich solche Anfangsschwierigkeiten über mehrere Monate hinausziehen, bis die Symptome sich reduzieren.  In solchen Situationen kann mit einer noch kleineren Dosis LDN angefangen werden, um dem Körper eine längere Angewöhnungszeit zu geben.

Mögliche Symptome bei erhöhter Endorphinproduktion

Wenn die Endorphinreaktion schnell und signifikant passiert, kann es zusätzliche Symptome geben, inklusive Übelkeit und Verstopfung. Das Gefühl der Übelkeit verschwindet normalerweise innerhalb von einigen Tagen und kann minimiert werden, indem man die Dosis herabsetzt, bis die Symptome verschwinden. Die Verstopfung kann zwei oder drei Wochen anhalten, bis sie sich verbessert.  In dieser Zeit wird empfohlen, zusätzliche unterstützende Massnahmen zu treffen.

Sollte Verstopfung auch vor LDN ein Problem gewesen sein, kann es an der MS liegen oder mit der Einnahme von unverträglichen Nahrungsmitteln wie Kuhmilch oder Weizen zusammenhängen.  Eine solche Nahrungsüberempfindlichkeit kann eine Reihe von Symptomen verursachen, die generell als Reizdarmsyndrom bekannt sind.  Reizdarm kann sich mit Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung oder einer Situation, wo dies abwechselt, bemerkbar machen.

Wenn Verstopfung in der Vergangenheit ein Problem war, ist es unerlässlich, dass diesem Problem vor dem Beginn mit LDN entgegengewirkt wird.  Man sollte viel frische und getrocknete Früchte und frisches Gemüse essen.  Zusätzlich sollten Nahrungsmittel, die Verstopfung hervorrufen, gemieden werden.  (Dies ist vor allem Kuhmilch und Weizen.)

Den folgenden Abschnitt lasse ich in Englisch, da es um landeseigene Medikamente geht, die im deutschsprachigen Europa sicher unter anderen Namen verkauft werden.
Stool softeners such as Lactulose, Codalax, Docusate sodium (Dioctyl or Docusol) may be used. Bowel stimulants such as Dulcolax or Senokot may be more effective, but should be used only occasionally or avoided if possible, as there will be a tendency to become dependent upon them.

Bulking agents such as Celevac, Fybogel, or Normacol may be useful, but tend to be less effective than stool softeners.

Commercial laxative bought over the counter at the chemist?s often contain phenolphthalein. These products should be avoided completely, as the substance is highly addictive with a rapidly acquired dependency. They appear to solve the problem initially, but continued use of such products will make the constipation much worse!

Symptome im Zusammenhang mit einem Lactose-Füller

 

Es hat sich herausgestellt, dass es Patienten gibt, die, nachdem sie einige Wochen lang LDN mit Lactose-Füller genommen haben, verstärkte Muskelsteifheit und Gelenkschmerzen verspürten. Dies scheint auf den Füller zurückzuführen zu sein. (Avicel, Acidophilus wird anscheinend meistens empfohlen.  Ed.)

Symptome im Zusammenhang mit vorherigem Gebrauch von opiathaltigen Schmerzmitteln

Gelegentlich gibt es vorübergehende Nebenerscheinungen wie verstärkte Schmerzen und Krämpfe, Kopfschmerzen, Durchfall oder Übelkeit mit Erbrechen. Diese zusätzlichen Symptome scheinen mit hohem Gebrauch von starken Schmerzmitteln zusammenzuhängen, welcher zu Sucht und Abhängigkeit geführt haben mag und so das körperliche Schmerzempfinden erhöht hat.

Es ist daher unablässig, dass alle starken Schmerzmittel, inklusive Kodein und Morphin (Liste aus dem Originaltext: codeine, co-hydromol, co-codamol, dihydrocodeine, tramadol, morphine, pethidine, and diamorphine, Ed. ) mindestens 2 Wochen vor dem Beginn mit LDN abgesetzt werden.

Symptome im Zusammenhang mit der Toxizität des Medikamentes

In klinischen Studien von Naltrexon in den 80er Jahren wurde reversibler Leberschaden nur bei Patienten, die täglich mehr als 300 mg einnahmen, festgestellt.  Durchschnittlich ist das 100 Mal mehr, als die LDN-Dosis. Also ist die LDN-Dosis nur 1 % der Dosis, die reversible Leberschäden erzeugen kann. Die Möglichkeit von Nebenerscheinungen wegen der Giftigkeit des Medikamentes kann nicht ausgeschaltet werden, aber die Wahrscheinlichkeit schädigender Nebenwirkungen ist bei solch kleiner Dosis minimal.

Langzeitwirkung von LDN ist bisher noch nicht getestet worden.  (Zur Zeit dieses Schreibens, 2008, war eine Studie geplant.)

In der Zwischenzeit wird jedem mit bestehenden Leber- und Nierenproblemen empfohlen, solche Probleme dem verschreibenden Doktor mitzuteilen.  Das Risiko wird jedoch als minimal eingeschätzt, da die Dosis des Medikamentes extrem niedrig ist und innerhalb von 3-4 Stunden nach der Einnahme wieder aus dem Körper verschwindet.

Therapieempfehlung

Nimm einen Monat lang 3 mg, dann 4.5 mg täglich.  Sollte die 3-mg-Dosis sich als problematisch erweisen, kann eine 1- oder 2-mg-Dosis angewendet werden, welche dem Körper eine Chance gibt, sich an das Medikament zu gewöhnen.

Wird bei 4.5 mg eine Verstärkung der Symptome bemerkt, kann das ein Zeichen sein, dass diese Dosis zu hoch ist.  Verringere in diesem Fall die Dosis und es sollten sich Verbesserungen zeigen.

Kontraindikationen und spezielle Vorsichten

LDN stimuliert das Immunsystem, während die traditionellen MS-Medikamente das Immunsystem unterdrücken.  Darum kann man LDN nicht nehmen, während man Steroide, Beta-Interferone, Methotrexate, Azathioprine, Mitoxantrone oder irgendein anderes immununterdrückendes Medikament nimmt. Sollte ein Zweifel bestehen, bitte legen Sie eine volle Liste der momentan von Ihnen eingenommenen Medikamente dem verschreibenden Arzt vor, damit ihre Kompatibilität überprüft werden kann. Beachten Sie:  LDN kann mit Copaxone genommen werden, denn dies ist kein Interferon.

Folgende Information bezieht sich auf die Erhältlichkeit und Preise und ist vor allem für den britischen Raum wichtig, daher belasse ich sie in Englisch.

LDN is available in liquid form, either privately or on the NHS, from Dickson’s Chemist in Glasgow.

The liquid suspension cost £15 a month, and is sent by monthly recorded delivery to your home. There are no problems with fillers; it keeps for 28 days at room temperature, 56 days in the fridge.

Capsules are also available at £27 monthly with Avicel filler.


Further costs are involved if you live outside the UK.

To find out more call Paula on: 0141 647 8032

LDN-Dosierung, Update

 

Wir kriegen hin und wieder Anrufe von Leuten, die Probleme haben, LDN richtig einzustellen.  Hier einige Ratschläge:

Anfangsdosierung:

normalerweise 3 mg

Wenn Krämpfe und Steifheit bereits vor dem Beginn auftreten, dann sollte eine niedrigere Anfangsdosis von 2 mg verwendet werden.

In schweren Fällen sollte eine Anfangsdosis von 1 mg verwendet werden.

Dosiserhöhung:

LDN kann normalerweise nach einem Monat von 3 mg auf 4.5 mg erhöht werden.

Im Fall von Nebenwirkungen oder Krämpfen ist es am besten, die Dosis immer nur um 0.5 mg zu erhöhen, und das normalerweise in Zwei-Wochen-Schritten. Wenn die höhere Dosis jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt eine gegenteilige Wirkung hat, ist es am besten, die Dosis zu reduzieren und eine Erhöhung erst wieder zu versuchen, wenn die Nebenwirkungen verschwunden sind.

Ständige Dosierung:

Mit LDN ist die Dosierung subjektiv.  Manche Leute finden, dass es ihnen mit 2 mg am wohlsten ist.  Viele Männer vertragen die Dosierung über 3 mg nicht, weil es Symptome verstärkt.

Quelle: http://www.ldnhilft.org/was_ist_ldn.html

 

Fachartikel zu LDN Autor: Dr. med. Joachim Strienz © Joachim Strienz 2012

Naltrexon heißt der Wirkstoff eines auch in Deutschland zugelassenen Medikaments, das zur Gruppe der Opioid- Antagonisten gehört. Es wird derzeit zur Behandlung von Alkoholabhängigen und Drogensüchtigen eingesetzt. Die Dosierung beträgt normalerweise 50 bis 150 mg täglich. In einer viel niedrigeren Dosierung, nämlich 1mg bis 4,5mg, scheint dieser Wirkstoff ganz andere Wirkungen zu besitzen und einen Einfluss auf das Immunsystem auszuüben. Diese Therapie wird international als LDN-Therapie (für Low Dose Naltrexon) bezeichnet. Naltrexon wurde bereits 1963 entdeckt, die Zulassung in den USA erfolgte 1984 zur Behandlung von Drogenabhängigen und 1995 zur Behandlung von alkoholabhängigen Patienten. 1998 kam die Zulassung zur Behandlung des kindlichen Autismus bei der Gefahr von Selbstverletzungen hinzu. In der Zwischenzeit ist der Patentschutz abgelaufen. Dies hat den Vorteil, dass die Kosten für dieses Medikament sinken, aber gleichzeitig die Pharmaindustrie ihr Interesse an der weiteren Erforschung verliert, da keine Gewinne mehr zu erwarten sind und die Kosten für eine Neuzulassung eines Medikamentes beträchtlich sind. Doch diese Substanz hat das Interesse zahlreicher Wissenschaftler geweckt, so dass überwiegend in den USA Forschungseinrichtungen klinische Studi- en überwiegend bei Patienten mit Multipler Sklerose durchführten. Naltrexon ist ein Opioid-Antagonist. Das bedeutet, dass der Wirkstoff im Gehirn an Bindungsstellen (Rezeptoren) der Nervenzelle andockt und sie blockiert, im Gegensatz zum Morphin, dem klassischen Opioid, das ebenfalls an diesen Rezeptoren eine Verbindung eingeht, aber eine Reaktion an der Nervenzelle auslöst (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Es gibt verschiedene Opioid-Rezeptoren, die unterschiedliche Reaktionen auslösen können. Die wichtigsten sind µ1 (my1) und µ2 (my 2), sowie ? (kappa) und ? (delta). Je nachdem an welchem Rezeptor das Opioid eine Verbindung eingeht, werden unterschiedliche Effekte ausgelöst.

 

µ1: Schmerzstillung, Euphorie, Miosis (Pupillenverengung), Hypothermie (Unterkühlung), Abhängigkeit

µ2: Schmerzstillung, Euphorie, Miosis (Pupillenverengung), Atemdepression (Herabsetzung der Atemtiefe), Obstipation (Verstopfung), Abhängigkeit

?: Schmerzstillung, Dysphorie (Miss-Stimmung), Miosis (Pupillenverengung), Atemdepression (Herabsetzung der Atemtiefe), Sedation (Ruhigstellung)

?: Schmerzstillung, Atemdepression (Herabsetzung der Atemtiefe), Obstipation (Verstopfung), Abhängigkeit, Blutdruckabfall.

Der Körper ist selbst in der Lage Opioide zu bilden. Sie werden eingeteilt in

 

Endorphine (?endogene Morphine?)

Dynorphine

Enkephaline

Endorphine sind körpereigene Opioide, die im Hypothalamus und in der Hypophyse gebildet werden. Sie werden als Reaktion auf Schmerz freigesetzt, wobei die Freisetzung an ACTH gekoppelt ist, das auf Stress reagiert. Auch beim Ausdauer-Sport werden Endorphine ausgeschüttet und erzeugen ein Glücksgefühl. Dynorphine bewirken Schmerzverminderung und Beruhigung. Dabei entstehen keine Glücksgefühle, eher eine depressive Stimmung (Dysphorie) wurde beschrieben.

Enkephaline sind in 2 Formen vorhanden. Eine Form, das Met-Enkephalin wurde als Opioid-Wachstumsfaktor (OGF) identifiziert. Auch diese Substanz bindet an einen speziellen Rezeptor. Über diesen Mechanismus kommt es zu Reaktionen am Zellkern, wodurch die DNA (unsere Erbsubstanz) der Zelle beeinflusst wird. Das Zellwachstum oder die Wundheilung werden angeregt.

Naltrexon bindet stark an den µ1- und leicht an den ?-Rezeptor, in niedriger Dosierung aber nur am µ1-Rezeptor für etwa 5 Stunden. Diese Blockierung führt zu einem Anstieg von Met-Enkephalin, identisch mit dem Opioid-Wachstumsfaktor. Außerdem scheint auch die Zahl der entsprechenden Rezeptoren (OGFr) zuzunehmen. Wenn nach ca. 5 Stunden die Blockade des µ1-Rezeptors wie- der nachlässt und schließlich dann ganz aufhört, stehen erhöhte Mengen an endogenen Opioiden zur Verfügung, die nun ihre Wirkung an den Zellen ausüben können. Der Effekt ist dann mit einer Entzündungshemmung gleichzusetzen. Die

 

Naltrexon bindet stark an den µ1- und leicht an den ?-Rezeptor, in niedriger Dosierung aber nur am µ1-Rezeptor für etwa 5 Stunden. Diese Blockierung führt zu einem Anstieg von Met-Enkephalin, identisch mit dem Opioid-Wachstumsfaktor. Außerdem scheint auch die Zahl der entsprechenden Rezeptoren (OGFr) zuzunehmen. Wenn nach ca. 5 Stunden die Blockade des µ1-Rezeptors wie- der nachlässt und schließlich dann ganz aufhört, stehen erhöhte Mengen an endogenen Opioiden zur Verfügung, die nun ihre Wirkung an den Zellen ausüben können. Der Effekt ist dann mit einer Entzündungshemmung gleichzusetzen. Die Freisetzung von Entzündungsstoffen, einschließlich NO wird reduziert.

Naltrexon hat außerdem Einfluss auf den im Gehirn am häufigsten vorkommenden Botenstoff (Neurotransmitter) Glutamat. Aufgrund fehlgesteuerter Stoffwechselprozesse kommt es zu einem Anstieg der Glutamatkonzentration. Aus einer physiologischen Anregung des Gehirns entsteht dadurch eine Übererregung der Nervenzellen. Nervenzellen werden dadurch geschädigt oder zerstört. Nachweisbar ist dieser Zustand durch Messung von Glutamat im zweiten Morgenurin. Naltrexon reduziert das erhöhte Glutamat über eine Verbesserung der Funktion des Glutamat-Transporters.

Neben- und Wechselwirkungen von Naltrexon: Naltrexon darf nicht mit Medikamenten kombiniert werden, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Unter der Therapie mit Naltrexon kann es zu einem Anstieg der Leberwerte und des Cholesterins kommen. Am Beginn der Therapie können vorübergehend Schlafstörungen auftreten.

?Off-Label-Use? (Zulassungsüberschreitende Anwendung eines Medikamentes): Die niedrig dosierte Therapie mit Naltrexon erfolgt außerhalb des in der Zulassung beantragten und von den nationalen oder europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Gebrauchs. Diese Behörden regeln das Anwendungsgebiet (Indikation), die Dosierung oder die Behandlungsdauer. Die Zulassungsanträge von Pharmaunternehmen bei den Arzneimittelbehörden für neue Arzneimittel sind meist sehr eng gefasst und Anträge auf Erweiterung der bestehenden Zulassung sind selten. Ein wichtiger Grund dafür liegt in den hohen Kosten für die geforderten klinischen Prüfungen. Für viele seltene Indikationen ist überhaupt kein zugelassenes Medikament verfügbar, und in Gebieten mit rasch voranschreitender Forschung hinkt der Zulassungsstatus der Präparate weit hinter den Therapiestandards her. Vor allem in der Kinderheilkunde und in der Krebsbehandlung wird ein Großteil der Medikamente ?off-label? angewendet. Letztendlich haften die behandelnden Ärzte in diesen Fällen für die medizinische Richtigkeit oder bei Nebenwirkungen. Die ärztlichen Fachgesellschaften empfehlen, Off-Label-Verordnungen nur auf Basis von gültigen Leitlinien, Empfehlungen oder von anerkannter wissenschaftlicher Literatur durchzuführen. Besonders wichtig ist die Aufklärung des Patienten. Die Akzeptanz der Krankenkasse ist für das Haftungsrecht des Arztes unerheblich. Für die Haftung ist maßgeblich, ob die Verordnung eines Medikaments dem medizinischen Standard entspricht. Liegt eine Zulassung für die Indikation nicht vor und es kommt zu einem Behandlungsfehler, dann gerät der Arzt in Beweisnot. Der Patient sollte durch seine Unterschrift klarstellen, dass er über den Sachverhalt informiert wurde.

Da das Medikament verschreibungspflichtig ist, muss die Verordnung von Naltrexon als ?Low Dose Therapie? auf einem grünen Rezept vorgenommen werden.

Dosierung von Naltrexon Die Low Dose Therapie mit Naltrexon wird mit 1 bis 3mg begonnen. Das Medikament sollte nach 21:00 Uhr eingenommen werden. Nach vier Wochen kann die Dosierung bis auf 4,5mg gesteigert werden.

Bezugsquellen für Naltrexon als LDN: In Deutschland sind mit einem Rezept nur Tabletten mit 50mg Naltrexon erhältlich. Die Therapie mit LDN wird aber mit 1 bis 4,5mg durchgeführt. Wie wird nun eine Dosisreduzierung durchgeführt? Dafür gibt es nun zwei Möglichkeiten.

 

1. Die Apotheke portioniert das Medikament auf eine Dosis von 1 bis 4,5mg.

2. Der Patient führt die Dosisreduzierung selbst durch.

Die erste Möglichkeit ist die beste, erzeugt allerdings zusätzlichen Kosten durch die Apotheke. Vielleicht ist es auch etwas schwierig, eine Apotheke zu finden, die diese Arbeit übernimmt. Die zweite Möglichkeit geht so: Sie besorgen sich in einem Geschäft für Haushaltsartikel ein Fläschchen, in das 50ml Flüssigkeit passen und einen verschließbaren Deckel hat. In dieses Fläschchen geben Sie zuerst 50ml destilliertes Wasser und danach eine Tablette Naltrexon zu 50mg.Nach einem kurzen Schütteln löst sich die Tablette vollständig auf. Nun haben Sie eine Lösung mit einer Konzentration von 1mg Naltrexon pro ml. Mit einer Spritze entnehmen Sie nun 1, 2 oder 3ml und spritzen dann den Inhalt der Spritze in den Mund oder auf einen Löffel. Der Inhalt des Fläschchens reicht dann 16 Tage. Das Fläschchen bewahren Sie im Kühlschrank auf.

Der Wirkstoff Naltrexon wird in Deutschland unter verschiedenen Namen vertrieben. Die Dosierung beträgt immer 50mg/Tablette: Derzeit (Stand September 2011) sind erhältlich:

 

Adepent® Desitin 28 TAB 127.20

Nemexin® Bristol-Myers-Squibb 28TAB 150.71?

 

Weitergehende Informationen zu LDN

Patientenaufklärung zu Naltrexon und LDN

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Quelle: http://www.fatigatio.de/fachartikel-fachberatungen/fachartikel-zu-ldn/