Autismus Spektrum Störung

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Autismus Spektrum Störung

 

Der Autismus Spektrum Störung kann eine Bandbreite von Zuständen zugeordnet werden, die in der 5. Ausgabe der Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5), publiziert von der Vereinigung amerikanischer Psychiater, als neurologische Entwicklungsstörungen klassifiziert wurden. Diese im Jahr 2013 veröffentlichte Studie legt eine Definition für Autismus zu Grunde, welche die vorherige Diagnose (DSM-IV-TR) um das Asperger Syndrom, tiefgreifende nicht näher erläuterte Entwicklungsstörungen (PDD-NOS) und die desintegrative Störung des Kindesalters ergänzt. Bestandteile dieser Störungen sind soziale Defizite, Kommunikationsschwierigkeiten, stereotypisierte und repetitive Verhaltensweisen, Sinnesstörungen und in einigen Fällen auch Gedächtnisverluste.

Rote Linie: Zunahme der Autismusdiagnosen. Schuljahre 1992 bis 2003 in den USA, Steigerung in % relativ zu 1992. Blaue Linie: Zunahme aller Behinderungen.

Rote Linie: Zunahme der Autismusdiagnosen. Schuljahre 1992 bis 2003 in den USA, Steigerung in % relativ zu 1992. Blaue Linie: Zunahme aller Behinderungen. – By fightingautism.org (http://fightingautism.org/idea/autism.php) [Public domain], via Wikimedia Commons

Klassifikation

2013 wurde in der Studie Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders version 5 (DSM-5) eine Überarbeitung der Autismus Spektrum Störung vorgeschlagen (ASD). Die neue Diagnose, genannt DSM-5, ergänzt die bisherige Definition von Autismus, DSM-4, um das Asperger Syndrom, tiefgreifende nicht näher erläuterte Entwicklungsstörungen (PDD-NOS) und die desintegrative Störung des Kindesalters. Dem neuen Stand zur Folge, wird die Kommunikation nicht mehr eigenständig thematisiert und stattdessen mit der sozialen Integration in eine Kategorie zusammengefasst.

Statt einer Kategorisierung der Diagnosen, geht die neue Definition DSM-5 von einem dimensionalen Ansatz aus, um Entwicklungsstörungen festzustellen, die Autismus zugeordnet werden können. DSM-5 schafft einen Rahmen, innerhalb dessen jedes Individuum anhand von Dimensionen der Erkrankung unterschieden werden kann. In diese Bewertung fließen auch weitere Kennzeichen wie genetische Störungen oder intellektuelle Behinderungen ein.

Eine weitere wichtige Änderung bedeutet die Zusammenlegung der Definitionsbereiche von sozialen und kommunikativen Defiziten. Dementsprechend wird eine individuelle Autismus Diagnose anhand der Schwere des sozial-kommunikativen Symptoms, der Zwangsneurosen und weiterer Kennzeichen gestellt. Zusätzlich wird das Mindestalter für eine Autismus Spektrum Störung nicht weiter auf 3 Jahre begrenzt, sondern eine „frühe Entwicklungsperiode“ definiert. Eine Erkrankung ist demnach bereits zu Beginn möglich, wohingegen die Symptome erst beobachtet werden können, wenn die Entwicklung nicht mehr mit äußeren Umweltanforderungen Schritt hält.

Autismus stellt den Kern aller Autismus Spektrum Störung dar. Das Asperger Syndrom liegt dabei dem Definitionsbereich von Autismus in Ursache und Symptomen am nächsten. Allerdings löst das Asperger-Syndrom, der DSM-4 Definition nach, keine sprachliche Entwicklungsstörung aus. PDD-NOS wird dann diagnostiziert, wenn die vorliegenden Kriterien nicht einer bestimmten Störung zugeordnet werden können.

Anderen Quellen nach können auch das Rett-Syndrom sowie die desintegrative Störung des Kindesalters Autismus zugeordnet werden, da die Symptome ähnlicher Natur sind. Über die Ursache dieser Entwicklungsstörungen ist allerdings noch kein Zusammenhang erforscht worden; Daher ordnen andere Quellen diese Störungen nicht dem Autismus, sondern der allgemeineren Form tiefgreifender Entwicklungsstörungen zu.

Autismus, Asperger Syndrom und PDD-NOS werden bisweilen als Autismus Spektrum Störungen bezeichnet, wohingegen Autismus oftmals als autistische Störung, Autismus des Kindesalters oder als infantiler Autismus benannt wird. Obwohl der ältere Begriff tiefgreifende Entwicklungsstörung und der neuere Fachterminus Autismus Spektrum Störungen zu großen Teilen identisch sind, war ersterer dazu gedacht, um ein spezifische Menge von Diagnosen zu beschreiben, wohingegen letzterer verschiedene Spektrumstörungen in Bezug zueinander setzt. Autismusspektrumstörungen sind eine Teilmenge des weiter gefassten Autismusphänotyps (BAP), welcher auch die Individuen beschreibt, die, obwohl nicht direkt mit ASD diagnostiziert, besondere Auffälligkeiten wie eine Vermeidung des Augenkontakts aufweisen.

Autismus der 6- bis 17-Jährigen in den USA. Prävalenz je 1000 Einwohner von 1996 bis 2007.

Autismus der 6- bis 17-Jährigen in den USA. Prävalenz je 1000 Einwohner von 1996 bis 2007. – By Fred the Oyster [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Eigenschaften

Der DSM-5 Definition nach, wird Autismus als Defizit in sozialem und kommunikativem Kontext mit beschränkten und repetitiven Verhaltensweisen, Interessen und Aktivitäten verstanden. Diese Defizite sind ab der frühesten Kindheit präsent und führen zu einer klinisch signifikanten funktionalen Beeinträchtigung. Zudem ist eine einzigartige Form des Autismus bekannt, genannt Inselbegabung, wobei Kinder außergewöhnliche Fertigkeiten in Musik, Kunst und weiteren Bereichen ohne Übung erlangen können.

Asperger Syndrom wurde nach der DSM-4 Definition von Autismus unterschieden, da Abweichungen bei der frühsprachlichen Entwicklung mit starker Verzögerung auftreten. Zudem weisen Individuen mit Asperger Syndrom keine signifikant kognitiven Hemmungen auf. PDD-NOS wurde als unterschwelliger und atypischer Autismus bezeichnet, da die Erkrankung von milderen Autismussymptomen geprägt ist und diese oft nur vereinzelt auftreten. DSM-5 fasst sowohl das Asperger Syndrom als auch PDD-NOS unter den Autismusspektrumstörungen zusammen.

Entwicklungsprozess

Autismusspektrumstörungen können nach zwei verschiedenen Entwicklungsprozessen entstehen, wobei die meisten Eltern davon berichten, dass Symptome während des ersten Lebensjahres beobachtet werden können. Der erste Entwicklungsprozess ist von linearer Natur. Innerhalb dessen können Entwicklungsdefizite während der ersten zwei Lebensjahre beobachtet werden, worauf eine Diagnose im Alter von 3-4 Jahren folgt. Einige Anzeichen dieses Entwicklungsprozesses können die verminderte Fähigkeit des Augenkontakts, des Spielens, der Reaktion auf den eigenen Namen sowie ein fehlendes Interesse, auf Dinge zu zeigen, sein.

Der zweite, alternative Entwicklungsprozess sieht eine beinahe normale Entwicklung des Kindes vor, worauf eine Rückbildung oder ein vollständiger Verlust der Fertigkeiten innerhalb der ersten 2-3 Jahre erfolgt. Die Rückbildung kann in einer Vielzahl von Bereichen auftreten, inklusive der kommunikativen, sozialen, kognitiven und Selbsthilfe-Fertigkeiten; Die am häufigsten beobachtete Entwicklung ist der Verlust des Sprechvermögens.

Es besteht eine Debatte darüber, welche der beiden Entwicklungsprozesse verheerendere oder mildere Auswirkungen auf den Erkrankten haben. Studien sind sich zudem unsicher, ob beim zweiten Entwicklungsprozess eine allmähliche Rückbildung oder der schlagartige Verlust der Fähigkeiten zu einem schlimmeren Ergebnis führen.

Auch wenn in der aktuellen Forschung widersprüchliche Ergebnisse bei der sprachlichen Entwicklung von Autismusspektrumstörungen bestehen, zeigen einige Studien, dass kognitive und sprachliche Fähigkeiten im Alter von 2,5 Jahren als Indikatoren für eine spätere sprachliche Entwicklung ab 5 Jahren genutzt werden können. Zusammenfassend wird in der Fachliteratur eine frühestmögliche Intervention gefordert, um die besten Ergebnisse einer Behandlung zu ermöglichen.

Pränatale und perinatale Risikofaktoren 

Mehrere pränatale und perinatale Komplikationen werden als mögliche Risikofaktoren für Autismus behandelt. Diese Faktoren beinhalten Schwangerschaftsdiabetes, mütterliches und väterliches Alter von über 30, Blutungen nach dem ersten Trimester, die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten (z.B. Valproat) während der Schwangerschaft sowie Mekonium im Fruchtwasser. Obwohl noch keine überzeugenden Ergebnisse bezüglich des Einflusses dieser Faktoren auf Autismus vorliegen, wurde jeder dieser Faktoren bei autistischen Kinder häufiger beobachtet als bei nicht autistischen Geschwistern und anderen normal entwickelten Jugendlichen.

Impfungs-Kontroverse 

Die wahrscheinlich am häufigsten rezitierte Kontroverse bezüglich Autismus ist der Zusammenhang von Impfungen auf die Autismus Wahrscheinlichkeit. Ausgehend von einer gefälschten Studie, bestand die Vermutung, dass Masern-, Mumps-, Röteln- (MMR) Impfungen und Thiomersal, ein Impfstoff-Konservierungsmittel, Gehirnschäden verursachen.

Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, welche diese These unterstützen. Mehr noch, haben weitere Untersuchung gezeigt, dass die Autismusrate bis heute zunimmt, obwohl Thiomersal keine Verwendung bei Kindheits-Routineimpfungen findet.

2014 untersuche eine Meta-Analyse 10 Großstudien, die bezüglich des Zusammenhangs von Autismus und Impfungen 1,25 Millionen Kinder weltweit untersuchten; Die Untersuchungen ergaben, dass weder MMR-Impfungen, die noch nie Thiomersal beinhalteten, noch Impfstoff-Komponenten wie Thimerosal oder Quecksilber einen Einfluss auf die Entwicklung von Autismusspektrumstörungen nehmen.

Schläfenlappen

Funktionen der Schläfenlappen stehen in Bezug zu einer Vielzahl von Defiziten, die bei ASD Erkrankten beobachtet werden können, darunter Störungen der Aufnahmefähigkeit, sozialen Wahrnehmung, Gemeinschaftszuwendung, Beobachtung und Empathie. Der Schläfenlappen enthält zudem die obere Schläfenfurche (STS) und die Fusiform Face Area (FFA) des Gyrus fusiformis, welche zur Erkennung von Gesichtern notwendig ist. Es besteht die Vermutung, dass Dysfunktionen der oberen Schläfenfurche in Zusammenhang mit den sozialen Defiziten der Autismus Spektrum Störung stehen. Einer funktionellen Magnetresonanztomografie Studie nach, weisen Individuen mit hoch funktionalem Autismus eine reduzierte Aktivität der FFA auf, wenn Sie Bilder von Gesichtern sehen.

Vitamin D und Serotonin Regulation

Fehlfunktionen des serotoninergen Systems sind bei einigen ASD Erkrankten zu beobachten. Eine Studie wies einen Zusammenhang zwischen ASD und der Vitamin D Regulation des Serotonins im Gehirn und den Organen nach.

Diagnosis

Fundierte Beurteilung

ASD kann ab einem Alter von 18 Monaten, in seltenen Fällen sogar früher, beobachtet werden. Eine verlässliche Diagnose kann darauf ab einem Alter von 2 Jahren getroffen werden. Die Diversität an Symptomen von ASD stellt Klinikärzte vor eine Herausforderung. ASD Erkrankungen tauchen zu verschiedenen Lebensabschnitten auf (Säuglingsalter, Kindheit, Erwachsenenalter). Zudem ist die Ausprägung der Symptome einem Wandel über die Lebensabschnitte unterworfen. Dies erschwert es den Fachärzten zusätzlich, tiefgreifende Entwicklungsstörungen von ähnlichen Bedingungen zu unterscheiden, welche nicht mit ASD in Verbindung stehen, darunter intellektuelle Behinderungen, spezifische Sprachstörungen, ADHD, Angstzustände und psychotische Störungen.

In Bezug auf die besondere Schwierigkeit eine ASD Diagnose korrekt zu treffen, veröffentlichte die American Academy of Neurology, die American Academy of Child, die Adolescent Psychiatry und ein Gremium an Repräsentanten verschiedener Fachbereiche spezifische, praktische Parameter zur Beurteilung. Die praktischen Parameter skizzieren ein Eingangsscreening „Level 1 screening“, das von Allgemeinmedizinern durchgeführt werden kann. Kinder, die Auffälligkeiten während dieses Screenings aufweisen, müssen anschließend einer umfassenden, diagnostischen Beurteilung „Level 2 screening“ von erfahrenen Klinikärzten unterzogen werden.

Zudem wird vorgeschlagen, dass die Bewertung von Kindern, bei welchen ASD angenommen wird, innerhalb eines Entwicklungsrahmens geschieht, der Informanten aus verschiedenen Kontexten (Eltern, Lehrer) sowie eine Bewertung durch professionelle Teams von klinischen Ärzten, Neuropsychologen und Psychiatern beinhaltet.

Wenn ein Kind während des Eingangsscreenings Auffälligkeiten zeigt, nutzt ein Psychologe anschließend eine Vielzahl von Beurteilungsmethoden, um ASD festzustellen. Zu diesen Methoden gehören insbesondere das Autism Diagnostic Interview-Revised (ADI-R) und der Autism Diagnostic Observation Schedule (ADOS), die Goldstandards, anhand derer Autismus bei Kindern festgestellt wird. Das ADI-R ist ein semi-strukturiertes Elterninterview, das versucht Autismus-Symptome anhand des momentanen Verhaltens des Kindes und der Entwicklungsgeschichte auszumachen. Das ADOS ist eine semi-strukturierte interaktive Evaluation, um Sozial und Kommunikationsvermögen zu messen. Dabei werden mehrere Situationen spontanen Verhaltens z.B. Augenkontakt nach standardisiertem Kontext hervorgerufen. Andere Fragebögen wie z.B. die Kindheits-Autismus-Bewertungs-Skala und die Autismus-Behandlungs-Evaluations-Checkliste sowie kognitive Funktionstests z.B. The Peabody Picture Vocabulary Test sind typischer Weise in ASD Bewertungsreihen enthalten.

Ein intensives, kontinuierliches und speziell zugeschnittenes Erziehungsprogramm in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie können Kindern soziale und berufliche Fähigkeiten vermitteln, sowie die Fertigkeit, um für sich selbst zu sorgen. Mögliche Methoden beinhalten angewandte Verhaltensanalysen, Entwicklungsmodelle, strukturiertes Lehren, Sprach- und Sprechtherapie, Therapie des sozialen Umgangs und Ergotherapie. Innerhalb dieser Anwendungen unterscheiden sich die Maßnahmen darin, ob sie Autismus allgemein behandeln oder sich auf die Besserung bestimmter Defizite fokussieren.

In letzter Zeit wurde der Fokus verstärkt auf die Entwicklung evidenzbasierter Maßnahmen für Kinder mit ASD gelenkt. Zwei Rahmentheorien, die sich im besonderen Maße auf frühkindliche Methoden beziehen, beinhalten die angewandte Verhaltensanalyse (ABA) und das sozialpragmatische Entwicklungsmodel (DSP). Obwohl ABA stark evidenzbasiert ist, insbesondere bei intensiven heimischen Therapie, wird die Effektivität der Besserung durch die ermittelte Schwere der Erkrankung und den IQ der Person beeinträchtigt. Das Journal of Clinical Child and Adolescent Psychology ist der Ansicht, dass sich ABA und die Kombination von ABA mit DSP bei der Behandlung von früh autistischen Kindern etabliert haben.

Eine weitere evidenzbasierte Methode von großer Effizienz ist das Trainingsmodel von Eltern, welches diesen vermittelt, wie ABA und DSP Techniken von ihnen selbst eingesetzt und umgesetzt werden. Verschiedene DSP Programme wurden dahingehend entwickelt, dass eine heimische Umsetzung durch die Eltern möglich ist.

Allerdings wird bis heute eine Vielzahl von alternativen Therapiemethoden umgesetzt, die ungeprüft und damit zum Leid der Erkrankten sind.

Im Oktober 2015, schlug die American Academy of Pediatrics (AAP) neue evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Kinder mit ASD unter 3 Jahren vor. Diese Empfehlungen betonen die frühzeitige Einbeziehung von Entwicklungs-, Verhaltensmethoden, Eltern und Pflegern und den Fokus auf die Kernerkrankung des ASD und damit einhergehende Begleitsymptome.

Behandlung

Bei Autismus Spektrum Störung wird eine niedrigere Dosierung von 750 ng GcMAF 1-2 mal-wöchentlich empfohlen.

    • Eine Besserung der Symptome sollte innerhalb von 2 Monaten beobachtbar sein.
    • Die empfohlene Dosis wird intramuskulär oder subkutan injiziert.
    • Es sollte von einer minimalen Behandlungsdauer von 6 Monaten ausgegangen werden, wobei jeder Patient individuelle Voraussetzung erfüllt und zusätzliche Behandlungen in Abhängigkeit vom vorliegenden Besserungszustand zu verschreiben sind.
    • Eine zusätzliche Erhaltungsdosis von GcMAF kann für Patienten notwendig werden, damit diese symptomfrei bleiben und das Immunsystem ausreichend Regenerationszeit erhält.
    • Haben Sie weitere Fragen zur Therapie, Organisation usw. verwenden Sie unser Anfrageformular.

*Die Dosierungsempfehlungen beziehen sich ausschließlich auf das GcMAF der 2. Generation

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